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Klausurtagung 2026

Am 17. und 18. Januar 2026 trafen sich Vertreterinnen und Vertreter von Swiss Skydive zur jährlichen Klausurtagung.

26.1.2026

Klausurtagung Swiss Skydive 2026: Sicherheit, Verantwortung und strategische Weichenstellungen für die Zukunft

Am 17. und 18. Januar 2026 trafen sich Vertreterinnen und Vertreter von Swiss Skydive und allen angeschlossenen Schule, Betriebe und Clubs, zur jährlichen Klausurtagung. Teilgenommen haben Mitglieder des Vorstandes, der Ausbildungskommission, Delegierte aus Sprungschulen und Clubs sowie externe Fachpersonen. Ziel der Tagung war es, aktuelle Entwicklungen im Fallschirmsport zu analysieren, sicherheitsrelevante Erkenntnisse zu diskutieren und die strategische Ausrichtung des Verbandes für die kommenden Jahre festzulegen.

Ausbildung und Organisation als Auftakt

Den Auftakt bildete am Samstagvormittag die Sitzung der Ausbildungskommission (AK). Im Fokus standen operative Fragen aus dem Schul- und Ausbildungsbetrieb, unter anderem Ausbildungsstandards, Herausforderungen im Instruktorenalltag sowie der Erfahrungsaustausch zwischen den Betrieben. Die AK-Sitzung diente zugleich als Grundlage für spätere Diskussionen während der Klausur, da Ausbildung, Sicherheit und Qualität im Fallschirmsport eng miteinander verknüpft sind.

Safety Report 2025: Mehr Sprünge, differenzierte Erkenntnisse

Ein zentrales Element der Tagung war die Präsentation des Safety Reports 2025. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 79’274 Sprünge registriert – ein deutlicher Anstieg gegenüber 2024. Gleichzeitig wurden 64 sicherheitsrelevante Vorkommnisse gemeldet. Obwohl die absolute Zahl leicht höher liegt als im Vorjahr, relativiert sich diese im Verhältnis zur gestiegenen Sprungaktivität.

Die detaillierte Analyse zeigt, dass ein erheblicher Teil der Meldungen Reserveöffnungen betrifft, häufig ausgelöst durch Probleme mit dem Handdeploy oder Verzögerungen im Öffnungsablauf. Darüber hinaus bleiben Landeunfälle ein dominierendes Thema, insbesondere mit Verletzungen im Bereich der Fuss- und Sprunggelenke. Auffällig ist zudem, dass ein grosser Teil der betroffenen Springerinnen und Springer bereits über mehrere hundert Sprünge verfügte – ein Hinweis darauf, dass Routine nicht automatisch vor Fehlern schützt.

Der ganze Bericht findest du bald im separaten Bereich Sicherheit auf unserer Webseite

Safetyday 2026: Prävention durch Praxisnähe

Als Konsequenz aus den Erkenntnissen des Safety Reports wurde für den Safetyday 2026 das Schwerpunktthema „Gearcheck & Emergency Procedures“ festgelegt. Ziel ist es, die Aufmerksamkeit gezielt auf Materialkontrolle, korrekte Pack- und Handhabungsroutinen sowie das regelmässige Training von Notverfahren zu lenken. Die Safetydays finden im März und April 2026 an verschiedenen Dropzones in der ganzen Schweiz statt und richten sich an Springerinnen und Springer aller Erfahrungsstufen.

Kommunikation im Ernstfall: Vertrauen entsteht durch Klarheit

Ein weiterer wichtiger Programmpunkt war der Vortrag von Alberto Fabbri zum Thema Krisenkommunikation. Anhand realer Beispiele aus dem Sport- und Veranstaltungsbereich zeigte er auf, wie entscheidend professionelle Kommunikation nach schweren Unfällen oder Zwischenfällen ist. Dabei gehe es nicht nur um Medienarbeit, sondern auch um den respektvollen Umgang mit Betroffenen, Angehörigen und der eigenen Community.

Zu den zentralen Empfehlungen zählen eine schnelle Reaktionsfähigkeit, transparente Information auf Basis gesicherter Fakten sowie klare Zuständigkeiten. Verzögerungen, widersprüchliche Aussagen oder fehlende Erreichbarkeit würden das Vertrauen der Öffentlichkeit nachhaltig beschädigen.

Nähe mit Respekt: Ethik und Verantwortung im Instruktorenalltag

Am Sonntagmorgen widmete sich die Klausurtagung einem sensiblen, aber zunehmend wichtigen Thema: „Nähe mit Respekt – die Verantwortung von Instruktoren im Fallschirmsport“. Der Vortrag beleuchtete das besondere Macht- und Abhängigkeitsverhältnis zwischen Instruktoren und Gästen, insbesondere im Tandembetrieb und in der Ausbildung.

Thematisiert wurden die klare Trennung zwischen funktionaler, sicherheitsrelevanter Berührung und nicht-funktionaler Nähe, der professionelle Umgang mit Vertrauen sowie die Bedeutung klarer Regeln und offener Kommunikation. Ziel ist es, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich alle Beteiligten sicher und respektiert fühlen. Schulung, Sensibilisierung und eine konsequente Vorbildfunktion der Betriebe wurden als zentrale Instrumente hervorgehoben.

Förderung von Sport und Events

Neben sicherheits- und ethikbezogenen Themen wurden auch zahlreiche Projekte und Veranstaltungen für das Jahr 2026 vorgestellt und genehmigt. Dazu zählen nationale Events, Nachwuchs- und Leistungssportprojekte sowie Indoor- und Outdoor-Teams in verschiedenen Disziplinen. Swiss Skydive unterstützt diese Vorhaben mit finanziellen Beiträgen in der Höhe von mehreren tausend Franken, um die sportliche Entwicklung und die Sichtbarkeit des Fallschirmsports in der Schweiz weiter zu stärken.

Veränderungen im Sekretariat und offene Ressorts

Auch personelle Themen fanden Platz auf der Agenda. Steffi Rohner wird ihre Tätigkeit im Sekretariat per 1. März 2026 abgeben. Eine neue Fachkraft mit Erfahrung in IT, Organisation und Verbandsarbeit übernimmt ab 1. März 2026. Gleichzeitig machte der Vorstand darauf aufmerksam, dass die Ressorts Ausbildung und Finanzen weiterhin auf der Suche nach engagierten Fachpersonen sind.

Ausblick: Weiterentwicklung der Klausurtagung

Zum Abschluss wurde die Zukunft der Klausurtagung selbst diskutiert. Ab 2027 soll das Format weiterentwickelt werden. Vorgesehen ist ein Hybrid-Modell, das interne Vorstandssitzungen mit öffentlichen Fachvorträgen und einem Symposium kombiniert. Ziel ist es, den fachlichen Austausch zu vertiefen, externe Expertise einzubinden und die Attraktivität der Veranstaltung weiter zu erhöhen. Die nächste Klausurtagung ist für den 15. bis 17. Januar 2027 in Schwarzenberg (LU) geplant.

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