
Das Jahr 2025 war für den Fallschirmsport in der Schweiz von einer insgesamt stabilen bis leicht steigenden Aktivität geprägt. Titelbild: Bastien Loup

Das Jahr 2025 war für den Fallschirmsport in der Schweiz von einer insgesamt stabilen bis leicht steigenden Aktivität geprägt. Auf vielen Sprungplätzen blieb die Anzahl an Sprüngen, Veranstaltungen und Ausbildungsangeboten konstant oder nahm moderat zu. Gleichzeitig bestanden weiterhin regionale Herausforderungen, die den Betrieb einzelner Standorte beeinflussten.
In Grenchen ist die Situation rund um das Absetzflugzeug nach wie vor nicht abschliessend geklärt, weshalb der reguläre Sprungbetrieb noch nicht vollständig aufgenommen werden konnte. Wir hoffen, dass die Grenchner SkydiverInnen bald wieder aus einem eigenen Flugzeug und auf diesem schönen Platz springen können. Auch auf den Sprungplätzen innerhalb der TMA Zürich blieb und bleibt die Lage angespannt.
Gesellschaftliche Veränderungen prägen zunehmend auch den Fallschirmsport. Individualisierung, Flexibilität und persönliche Freiheit gewinnen an Bedeutung, während langfristige Verpflichtungen und feste Strukturen an Akzeptanz verlieren. Diese Entwicklung zeigt sich unter anderem in der sinkenden Bereitschaft, sich dauerhaft auf Trainingspläne, klare Wettkampfstrukturen und kontinuierliche Teamarbeit einzulassen.
Die Auswirkungen waren 2025 deutlich sichtbar: Klassische Outdoor-Wettkämpfe konnten nur noch eingeschränkt durchgeführt werden, da in vielen Disziplinen die erforderlichen Mindestteilnehmerzahlen nicht mehr erreicht wurden. Wettbewerbe fanden im 2025 nur noch im Zielspringen und im Speed Skydiving statt.
Gleichzeitig erfreuten sich offene, flexibel gestaltete Events mit geringerer Verpflichtung grosser Beliebtheit. Diese Veranstaltungen übernehmen zunehmend eine wichtige Rolle in der Community-Pflege und stärken den Austausch unter den Mitgliedern. Der Fokus verschiebt sich damit vom formellen Wettbewerb hin zu erlebnisorientierten Formaten.
Swiss Skydive trägt dieser Entwicklung Rechnung. Um langfristig relevant zu bleiben, sollen bestehende Angebote weiterentwickelt und durch ergänzende Formate erweitert werden. Ziel ist es, individuelle Bedürfnisse und Flexibilität stärker einzubeziehen, ohne dabei die Bedeutung von Struktur, Qualität und nachhaltiger sportlicher Entwicklung aus den Augen zu verlieren.
Das Thema Luftraum blieb auch 2025 ein zentrales Anliegen des Verbandes. Gemeinsam mit den fünf betroffenen Sprungplätzen in der TMA Zürich konnte der Dialog intensiviert und an konkreten Lösungen gearbeitet werden. Die Lösung LS-R wurde in Zusammenarbeit mit dem BAZL erarbeitet und bereits mit Skyguide besprochen. Die bestehenden Luftraumeinschränkungen wirken sich weiterhin spürbar auf den täglichen Betrieb aus und stellen Betriebe sowie Vereine vor grosse organisatorische Herausforderungen. Hier hoffen wir auf eine lösungsorientierte Zusammenarbeit mit der Skyguide und auf schnelle Hilfe bei den Restriktionen, welche 2025 kurzfristig eingesetzt wurden.
Der Vorstand beurteilt die Zusammenarbeit mit Skyguide und dem BAZL vorsichtig optimistisch. Die vorgeschlagenen Lösungsansätze stiessen nicht auf grundsätzliche Ablehnung und konnten auf verschiedenen Ebenen diskutiert werden, unter anderem auch mit dem neuen CEO von Skyguide. Die betroffenen Sprungplätze engagierten sich dabei über das gesamte Jahr hinweg intensiv, unterstützt durch den Schweizerischen Flugplatzverband sowie den AeCS.
Nun bleibt abzuwarten, wie rasch diese Überlegungen in konkrete Massnahmen umgesetzt werden. Der Handlungsbedarf ist weiterhin hoch, und praktikable Lösungen sind dringend erforderlich.
Die Delegiertenversammlung hat im März 2025 einer Erhöhung des Mitgliederbeitrags um CHF 10.– zugestimmt. Zudem wurden die Anpassungen der Lizenzgebühren von CHF 10.– auf CHF 20.– von der Klausurtagung sowie der DV als akzeptabel bewertet. Mit diesen zusätzlichen Einnahmen ist der Vorstand nun gefordert, wieder ein ausgeglichenes Budget sicherzustellen und die finanzielle Stabilität des Verbandes nachhaltig zu stärken.
Die Zusammenarbeit mit dem AeCS wurde im Berichtsjahr weiter intensiviert. In mehreren Sitzungen wurden sowohl bestehende Kooperationen als auch mögliche zukünftige gemeinsame Projekte besprochen. Ein Schwerpunkt lag dabei auf dem AeCS-Mitgliederbeitrag und den damit verbundenen Leistungen.
Aktuell werden mögliche neue Aufteilungen der Aufgaben geprüft, um den Aufwand zwischen den Organisationen ausgewogener zu verteilen. Diese Überlegungen sind auch im Hinblick auf die Mitgliederbeiträge für beide Seiten von Bedeutung. An der KT 2026 sollen entsprechende Ansätze vorgestellt und gemeinsam mit den anwesenden Clubpräsidenten sowie Schul- und Betriebsleitern vertieft diskutiert werden.
Der Vorstand wünscht allen einen guten Saisonstart und eine unfallfreie Saison!
R. van den Berg